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Vilshofen. Sie ist fließend und unsichtbar, die Grenze beim Politiker- und Promi-Derblecken zwischen Derbheit und Verletzung, zwischen Biss und Boshaftigkeit. Bleibt man zu weit drunter, dann zünden die Pointen nicht und es wird fad. Schießt man übers Ziel hinaus, kann man, zumal in einer Kleinstadt, allerhand zwischenmenschlichen Flurschaden anrichten.
Kompliment: Die Theatergruppe Alkofen hat sich bei der fünften Auflage des Vilshofener Starkbierfestes dieser imaginären Grenze des “Gerade-Noch” wieder ein Stück genähert, und zwar von der richtigen Seite und sehr zur Gaudi der Zuhörer. Sie bekamen zwar kräftig ihr Fett weg, die Protagonisten Ritter Hans von Gschwendten, Hofnarr Max, der Lächler, oder Hubert Heiß, der schlafende Stadtrat, doch echten Grund zum Grollen hatte keiner. Allen Grund zum Rollen (vor Lachen) hatten dagegen die rund 400 Zuschauer im Festzelt an der Kloster-Mondsee-Straße, wohin der Veranstaltungsservice A bis Z wieder geladen hatte. Traditionell hielt Fastenprediger Bene (Irgenfried), der Schweiklberger Geist, seine Bußrede. Er begann gleich mit einem Klaus-Rose-Seitenhieb, indem Bene wegen der politischen Ereignislosigkeit in Vilshofen seinen Rücktritt als Prediger erklärte, auf - nicht unwillkommenes - Drängen zweiter Mitspielerinnen aber gleich wieder den Rücktritt vom Rücktritt vollzog.
Viel ist beim mehr als dreistündigen Spektakel zu erfahren über den Jahreslauf rund um die größte Kleinstadt der Region. Etwa, dass die Polizei in Ortenburg eine Sau in der Wolfach erschoss, wohin das Tier auf der Flucht vor dem Metzger gesprungen war. Oder von der Reisewut von Bürgermeister Hans Gschwendtner, der mit dem Schiff in Budapest und mit dem Flieger in Frankfurt war sowie bald mit dem Jet nach Ägypten düsen wird - immer in Mission “seiner” Stadt.
In Ägypten übrigens, dass wissen die Alkofener Theaterspieler schon jetzt, wird Gschwendtner vom Krokodil Schnappi geschnappt. Letztlich wird Hans-Dampf-in-allen-Gassen zu orientalischen Klängen als Mumie ins Zelt getrage - natürlich mit Fliege am Hals.
Immer wieder unterbricht Bruder Bene seine Strafpredigt und die Alkofener Schauspieler treten zu witzigen und vor allem spitzfindigen Einlagen auf. Ein Brüller war zum Beispiel das Duett von Stadtrat Hubert Heiß mit seiner (angeblich) neuen Liebe Eisdielen-Chefin Monika Dwyer (herrlich kitschig gespielt von Stephan und Daniela Käser). Spätestens jetzt weiß die ganze Stadt von dieser bislang verborgenen Romanze. Dazu sangen Stefan Süß und Bianca Eglseder das umgetextete Lied “Himbeer-Eis zum Frühstück” (“Du, die Zeit vergeht im Flug/und ich kriege nie genung/von Dir und Deinen Eiscremsorten”).
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