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 von Helmut Rücker

So lachen Politiker über sich selbst

Theatergruppe Alkofen gelang es das 10. Mal, das Vilshofener Stadtgeschehen zu derblecken

Alkofen. Es geht doch! Politik muss wirklich nicht immer bierernst sein. Sich selbst nicht ganz so ernst nehmen und manchmal auch über das, was man als Bürgermeister oder Stadtrat tut, lachen - und schon erfreuen sich die Bürger am Tun ihrer Vertreter im Stadtrat. Beim Starkbierfest der Theaterfreunde Alkofen wird an drei Abenden demonstriert, wie es funktioniert. Weil die Politiker (noch nicht) in der Lage sind, sich selbst auf den Arm zu nehmen, taten die Alkofener es. Wer das Glück hatte, eine der Karten zu erwischen, kann sich auf einen vergnüglichen Abend freuen.
10. StarkbierfestDas dreistündige Programm unterscheidet sich von den deftigen Derbleckereien auf dem Nockherberg. Die Frauen und Männer um Regisseur Ernst Klier schießen weder übers Ziel hinaus noch unter die Gürtellinie. Sie halten den Politikern aus der Vilshofener Stadtszene den Spiegel vor: „Schaut’s her, was Ihr da wieder angestellt habt“, sagen sie dabei und die Angesprochenen können darüber herzhaft lachen. Nicht, weil sie sich ertappt fühlen, sondern weil die Theaterleute den Ereignissen einfach einen kleinen Dreh gegeben haben, sie aus einem anderen Blickwinkel sehen. So präsentiert, tut es nicht weh. Bürgermeister Georg Krenn gestand später ein, durchaus ein wenig mehr vertragen zu können. Hier spielt eine Truppe, die aus Spaß an der Freude von Oktober an denkt, bastelt, blödelt, textet und einstudiert und auch richtig arbeitet - die Filmeinblendungen, die wieder bestens ankamen, bedeuten intensive Arbeit.
Was so ansteckend an dem Spiel ist, was die Stimmung an einem solchen Abend steigen lässt, ist nicht nur der Doppelbock, sondern die ansteckende Freude der Akteure am Spiel. Da schicken sie die Stadträte statt der Schulkinder mit dem Walking-Bus nach Pleinting, weil der Brückenbau alles abriegelt. Sie laufen gewitzt über die Leinwand und den Saal. Sie scheuen sich nicht, sich halbnackt in die Sauna zu setzen und über Klimaveränderungen zu diskutieren. Wenn sie Stadträte doubeln, finden sie den Duktus der Stimmen. „Bin ich wirklich so?“, muss sich Brigitte Pollok-Will an diesem Abend gefragt haben. Für Waltraud Desch stand wohl hingegen fest: „Ja, so bin ich.“
Und wie immer bei einem solchen Derblecken stellt sich mancher Stadtrat die Frage: „Warum war ich heuer wieder nicht dran?“ Stadtrats-Neuling August Hasreiter hatte im Traum nicht daran gedacht, plötzlich auf der Bühne zu stehen. Beim Wettbewerb „Vilshofen sucht das Supertalent“ sang er einen Rap, dass der ganze Saal mitging und ihn die Jury (Dieter aus Pohlen, (Siegi Lobmeier), Silvie freie Fahrt (Birgit Irgenfried) und Bruce Allmächtig (super gespielt von Stefan Süß) gleich zum Sieger machte. „Gut, dass ich meine Frau nicht mitgenommen habe“, stöhnte der echte Gust.
Die Theatergruppe Alkofen hat das Supertalent gesucht - dabei hätten sie nur in ihre eigenen Reihen schauen brauchen. „Super haben sie es wieder gemacht“, war allerorten zu hören. Schade, dass nun wieder ein Jahr gewartet werden muss. Dafür treten die (echten) Politiker wieder in Aktion. Hoffentlich nicht mehr ganz so bierernst.

 

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